Premierenfieber!!!

Heute ist die Premiere von ANATEVKA bei den Heidelberger Schlossfestspielen und ich freue mich riesig darauf, dort die Hodel zu spielen.

Diese Musical-Produktion ist etwas ganz Besonderes, denn es kombiniert jüdischen Witz, wunderbare Spielszenen, Liebesgeschichten, Dramatik, Tanz und grandiose Musik mit einem sehr ernsten Thema und einem dramatischen Ende, was aber erst die Balance des Werkes ausmacht; und es mir so wertvoll macht.

Es war eine schwere Probenarbeit, wir haben acht Wochen, statt normalerweise sechs Wochen, geprobt und ich war sehr viele Tage nicht zuhause. Wir mussten, da es eine Open Air-Veranstaltung ist, sowohl bei Nieselregen, als auch bei 32° in der prallen Mittagssonne proben. Denn die Bühne steht im Schlosshof des wunderschönen Heidelberger Schlosses. Und so sahen uns täglich viele hundert Touristen zu. Wir konnten manchmal die Anweisungen der Regisseurin akustisch nicht mehr verstehen und wurden ungebeten ständig gefilmt und fotografiert..

Aber abgesehen von diesen erschwerten Bedingungen, war es ein Traum, mit solch´ wundervollen Kollegen zusammen zu arbeiten. Ich habe viele neue Begriffe und Arbeitsweisen kennen gelernt, die meine Kollegen vom Musicaltheater aus ihrem Berufsalltag mitgebracht haben. Außerdem hatten wir viele Tanzproben, was mich persönlich, die tanzen liebt, immer besonders freut, denn das ist eine absolute Ausnahme in der Opernwelt. Wir haben intensiv geprobt, bis in die Nächte gearbeitet und als Ensemble immer zusammen gehalten. Nun bin ich sehr gespannt, wie die Premiere laufen wird. Um 20:30 heißt es: "Bühne frei".

Für mich persönlich ist es immer ein großes Glück, in Heidelberg zu arbeiten, denn ich habe die Menschen und Kollegen hier an diesem Haus wirklich sehr ins Herz geschlossen. Von der Maske, zu den Kollegen des Ensembles, zum Orchester, dem Chor, den Tänzern, den Ankleiderinnen, den Korrepetitoren, den Requisiteuren, den Technikern, Hospitanten - es sind einfach extrem freundliche und liebevolle Menschen und ich arbeite hier immer wieder sehr gerne.

Nun muss ich noch Toitoitois vorbereiten. Das ist ein kleiner Brauch unter Theaterleuten. Man schenkt eine Kleinigkeit, häufig Schokolade oder etwas anderes Süßes, mit einem kleinen Zettel daran, wo ein Gruß und der Wunsch "toi, toi, toi" drauf steht. Und das möglichst für jeden Kollegen und jede Kollegin! Das soll Glück bringen und der schöne Nebeneffekt ist, dass der eigene Garderobentisch meist einer Süßwarenabteilung gleicht :-) Und ein Stück Schokolade ist sehr gut für die Nerven, bevor man die Bühne betritt!

Also... Toi, Toi, Toi!

Bis zum nächsten Mal!

 

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Annika Mendrala